Unter "Denken" verstehen wir oft einen logischen Prozess, der einer klaren Abfolge von Gedanken folgt, sequentiell, methodisch und basierend auf dem Prinzip von Ursache und Wirkung – „Wenn, dann“. Wir konzentrieren uns auf das, was uns unmittelbar vorliegt, und auf die Abweichungen von dem, was wir erwarten. Dabei lassen wir jedoch häufig das größere Umfeld, das System und die gegenseitigen Abhängigkeiten außer Acht. Warum? Weil die Komplexität überwältigend erscheint und wir dazu neigen, schnell zu einer Lösung kommen zu wollen.
Unser Gehirn strebt nach Effizienz. Statt alle Eventualitäten durchzuspielen, greifen wir auf erprobte Denkmuster zurück, die uns in der Vergangenheit geholfen haben. Diese mentalen Abkürzungen – sogenannte Heuristiken – führen zu schnellen Entscheidungen, die aber nicht immer alle relevanten Aspekte berücksichtigen. Dadurch entstehen oft Lösungen, die zwar rasch gefunden wurden, aber nicht immer die beste Wahl darstellen.
Doch ist unser Denken tatsächlich immer so linear und sequentiell? In vielen Fällen ja, aber nicht immer. Es gibt noch eine andere Form des Denkens, die uns ebenfalls prägt: das divergente Denken. Während das lineare Denken uns hilft, Probleme in klar definierten Bahnen zu lösen, ist das divergente Denken für kreative, unkonventionelle Lösungen entscheidend. Wenn wir es zulassen, dann lässt es uns Ideen frei assoziieren, neue Verbindungen zwischen scheinbar unzusammenhängenden Dingen herstellen und außerhalb der vorgezeichneten Pfade denken.
Wenn wir also auf komplexe Herausforderungen stoßen, genügt oft weder rein logisches, lineares Denken noch rein intuitives Handeln. Wir müssen beide Denkansätze – das lineare und das divergente Denken – miteinander verbinden, um ein tieferes Verständnis der Situation zu erlangen und neue, innovative Lösungen zu finden.
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